IG Metall Wiesbaden-Limburg
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20.01.2019, 23:01 Uhr

Gesundheitspolitik

Gewerkschaftlicher Druck zeigt Wirkung – es bleibt aber noch einiges zu tun

  • 07.12.2018
  • Aktuelles

Ab dem 1. Januar 2019 zahlen die Arbeitgeber wieder die Hälfte der Krankenkassenbeiträge. Für die gesetzlich Versicherten bedeutet das: mehr Geld in der Tasche. Für die IG Metall ist das Thema Gesundheitspolitik damit allerdings nicht erledigt – es muss jetzt darum gehen, weitere Ungerechtigkeiten im Gesundheitssystem zu beseitigen.

Die Arbeitgeber beteiligen sich wieder zur Hälfte an den Beiträgen der gesetzlichen Krankenversicherung - so wie es jahrzehntelang der Fall war. Ab dem 1. Januar 2019 greift wieder das Prinzip „50:50“.

Für die Beschäftigten in Deutschland ist das eine gute Nachricht. Sie werden bei den Gesundheitskosten entlastet, weil die Arbeitgeber künftig auch beim Zusatzbeitrag die Hälfte zahlen ("Parität"). Diesen Zusatzbeitrag mussten die Versicherten bisher alleine stemmen.

Gebrochener Grundsatz

Damit wird eine Ungerechtigkeit im Gesundheitswesen korrigiert, die seit 2005 Bestand hatte. Damals brach die Politik mit dem Grundsatz, dass sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Krankenkassenbeiträge teilen. Nun wird die bewährte Praxis wiederhergestellt.

"Dass die Beiträge künftig wieder "fifty-fifty" gezahlt werden, ist ein Erfolg der Gewerkschaften", sagt Hans-Jürgen Urban, der im IG Metall-Vorstand für Sozialpolitik zuständig ist. "Wir haben lange dafür gekämpft: mit einer Öffentlichkeitskampagne, mit Umfragen, mit Unterschriftenaktionen und vielen Gesprächen mit Gesundheitspolitikern."

Auch in der Geschäftsstelle Wiesbaden-Limburg wurde das Thema in den Betrieben angegangen und rund 1.300 Unterschriften gesammelt: „Die Kolleginnen und Kollegen in unseren Betrieben sind zufrieden, dass sich ihr Engagement für die paritätische Finanzierung in der Krankenversicherung ausgezahlt hat“, so Axel Gerntke.

Wie dringend das Engagement der IG Metall war, zeigt der angerichtete Schaden: Seit 2005 haben die Versicherten rund 145 Milliarden Euro mehr für die Gesundheitsversorgung gezahlt als die Arbeitgeber.

Versicherte zahlen immer noch drauf

Zu tun bleibt in der Gesundheitspolitik trotzdem noch genug. Die Abkehr von der Beitragsparität war nicht die einzige Ungerechtigkeit im Gesundheitssystem. Eine weitere sind die hohen Zuzahlungen, die Kassenpatienten seit Jahren leisten müssen: für Medikamente, für Rollatoren oder orthopädische Schuheinlagen.

Allein diese Zuzahlungen beliefen sich 2017 auf rund vier Milliarden Euro. Sogenannte Eigenanteile, zum Beispiel für Zahnersatz, sind dabei noch gar nicht berücksichtigt. Die Arbeitgeber sind bei all diesen Zahlungen außen vor.

Die IG Metall setzt sich weiterhin dafür ein, die Zuzahlungen abzuschaffen und Brillen oder Zahnersatz wieder in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufzunehmen.


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